Vegan in 30 Tagen

Gesund zu leben bedeutet nicht zwangsläufig vegan leben zu müssen. Wer sich aber ohnehin schon vegetarisch ernährt, sollte sich dem nächsten logischen Schritt nicht entziehen. Wie das am Besten gelingt bzw. wie es mir gelungen ist auf eine vegane Ernährung umzusteigen, möchte ich hier kurz beschreiben. Es ist auf jeden Fall leichter als man vielleicht denken mag.

Persönliche Einstellung

Ich bin – wie die meisten von euch auch – nicht als Veganer zur Welt gekommen. Früher habe ich genüsslich in mein Steak gebissen und mir nichts dabei gedacht. Doch irgendwann hat es bei mir „klick“ gemacht. Ich begann darüber nachzudenken wo das Fleisch herkam, begann mir Dokumentationen über die Tierhaltung anzusehen. Das Ende vom Lied war, dass ich so angewidert von uns Menschen war, dass ich sofort aufgehört habe Fleisch zu essen. Mir taten die Tiere so leid, die das über sich ergehen lassen müssen – Tag für Tag spielen wir uns auf wie Götter und quälen diese armen Geschöpfe.

Um mich zum Vegetarier zu erziehen hat damals ein geteilter Artikel über Facebook ausgereicht, alles übrigens noch weit vor der Diagnose. Die war also nicht ausschlaggebend für meinen Sinneswandel. Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade in Andalusien, in einem Hotel, welches das wohl leckerste Buffet weit und breit anbot – mit dem reichhaltigsten Fisch und dem leckersten knusprigen Bacon morgens zum Frühstück. Glücklicherweise waren es die letzten drei Tage, weshalb ein Verzicht nicht mehr so schwer gefallen ist.

Zwei Jahre später

Es hat noch ganze zwei Jahre gedauert, bis ich einen Film gesehen habe, der mein Ernährung noch einmal beeinflussen sollte. Der Film heißt „Hope for all“ und kann kostenlos bei YouTube angesehen werden. Ich verlinke ihn am Ende des Artikels. Der Film ist zweigeteilt, beschäftigt sich in der ersten Hälfte mit der veganen Ernährung an sich und geht dann zu der Massentierhaltung über. Ab etwa der 51. Minute wird es dann richtig schrecklich. DAS war für mich der ausschlaggebende Grund Veganer zu werden. Entgegen der Annahme, dass man als Vegetarier schon viel zum Tierschutz beiträgt hat sich herausgestellt, dass es mindestens genauso gehandhabt wird wie bei der konventionellen Ernährung.

Um Milch- und Eierprodukte herzustellen, wird auf Massentierhaltung nicht verzichtet. Im Gegenteil: der Mensch spielt sich auch hier wie Gott auf, schreddert jedes Jahr 60 Millionen männliche Küken, weil sie das falsche Geschlecht haben. Kühe werden zwangsgeschwängert, damit sie Milch produzieren. Ich könnte jetzt ewig so weiterschreiben, aber die Quintessenz sollte rüber gekommen worden sein. Als Vegetarier unterstützt man die Massentierhaltung genauso wie als wenn ich weiterhin Fleisch essen würde.

Wie war das – Vegan in 30 Tagen?

Das geht tatsächlich? Naja, bei dem einen dauert es vielleicht etwas länger, bei dem anderen kürzer. Was mir jedenfalls sehr geholfen hat ist die Kampagne von „Peta Zwei“. Über die Seite vegankickstart.de kann man sich für einen Newsletter anmelden – wobei vielmehr für eine tägliche Motivation. Nachdem man sich dort eingetragen hat, bekommt man jeden Tag eine E-Mail, in der die verschiedensten Dinge zu lesen sind. Teilweise gibt es leckere vegane Rezepte, aber auch Mails die auf die Missstände in der Tierhaltung hinweisen, teilweise mit sehr erschreckenden Fakten.

Wenn man es schafft sich am Ende der 30 Tage nicht selbst zu verabscheuen, dann Hut ab. Ich hatte jedenfalls ein sehr schlechtes Gewissen im Nachhinein. Übrigens müsst ihr nicht befürchten, dass ihr im Anschluss weiter genervt werdet. Nach den 30 Tagen ist Schluss, ihr erhaltet keine weiteren Mails mehr von „Peta Zwei“. Bei mir hat es jedenfalls super funktioniert.

Hope for all

Wie versprochen verlinke ich jetzt hier noch den Film „Hope for all“, in der Hoffnung, dass ihr ihn genauso schrecklich findet und er euch einen gewissen Denkanstoß in die richtige Richtung gibt – wenn nicht für die Tiere, dann wenigstens für euch selbst und eurem Körper. Ab der 52. Minute beginnt der Part mit der Massentierhaltung, natürlich ist aber auch der Rest sehr empfehlenswert.

Mich würde interessieren was ihr von der Massentierhaltung haltet. Interessiert es euch gar nicht, weil ihr sagt euch schmeckt das Fleisch und ihr wollt nicht darauf verzichten? Oder seid ihr euch den Gefahren durchaus bewusst und überlegt schon seit Längerem etwas an eurer Ernährung zu ändern? Schreibt mir eure Gedanken einfach in die Kommentare oder privat per Kontaktformular, ich würde mich freuen.

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