Über den Autor

Allgemeines über mich

Mein Name ist Florian. Am 01.12.1982 erblickte ich in Berlin Moabit das Licht der Welt. Ich war ein ganz normales Kind aus nicht ganz normalen Familienverhältnissen – aber wer kommt heutzutage schon aus einer normalen Familie ohne Probleme?

Wie jeder kleine Junge ging ich in die Kita, anschließend mehr oder weniger fleißig durch die diversen Bildungseinrichtungen und brachte meistens relativ durchschnittliche Noten mit nach Hause. Ich war weder Überflieger noch doof wie Brot, relativ durchschnittlich eben. Durchschnittlich beendete ich diesen Lebensabschnitt auch mit einem Realschulabschluss. Das, liebe Kinder, ist eine Bildungsform, welche es heute nicht mehr gibt.

Genauso unspektakulär ging es weiter. Nach einer kurzen Phase der Ratlosigkeit über meine Zukunft begann ich eine vollschulische Ausbildung, brach diese nach einem Jahr ab, um genau dieselbe Ausbildung noch einmal bei einem Betrieb aufzunehmen. Ich lernte über drei Jahre lang den Beruf des „Kaufmann für Bürokommunikation“ und wurde im Anschluss erst befristet und dann unbefristet zu einem sehr guten Tarifvertrag übernommen, sozial sehr gut abgesichert.

Knapp zwölf Jahre später

Irgendwann merkte ich, dass das was ich machte mich nicht ausfüllt. Ich war im Kundenservice angestellt und der Punchingball frustrierter Kunden, für die ich natürlich das verlängerte Sprachrohr meines Unternehmens war. Ich habe einfach nicht mehr eingesehen den Frust für die Firma abzufangen, also entschied ich zu kündigen und mein Abi neben der Arbeit an der Abendschule nachzuholen.

Ende 2013 war es dann soweit. Mein Vertrag lief aus, ich hatte meine allgemeine Fachhochschulreife mit sehr guten Noten so gut wie in der Tasche und stand für den Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung. Mein Traum war es schon immer etwas mit Technik zu machen, also bewarb ich mich für ein duales Studium in der Fachrichtung Informatik. Auch hier kam ich mit einem vorbildlichen Durchlauf an einen Studienplatz eines sehr guten Arbeitgebers, trotz meiner zu der Zeit 31 Jahre.

Das Studium verlief mit Höhen und Tiefen. Ich merkte sehr schnell, dass ich nicht der weltbeste Programmierer werden würde und mein Fokus eher auf der Administration und der Projektarbeit liegt. Einige Klausuren (gerade in Mathe) liefen nicht immer nach Plan – aber das waren wohl die geringeren Probleme, wie sich später herausstellen sollte. Im Endeffekt bin ich – zu meiner Verwunderung – sehr gut durch das Studium gekommen, fehlte nur noch die Bachelor-Thesis.

Der Wendepunkt in meinem Leben

Achtung, jetzt kommt der Fun-Fact. Mit dem Startdatum der zehnwöchigen Bearbeitungszeit für meine Bachelor-Thesis am 29.05.2017 brach ich nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause in der U-Bahn zusammen. Ich stieg ganz normal in die Bahn ein und fuhr Richtung Zuhause. Plötzlich wusste ich nicht mehr wie ich in die Bahn gekommen bin und wo ich hin wollte, hatte Gedächtnisaussetzer. Kurze Zeit später wurde es dunkel und ich bin erst auf einer kalten Metallbank am Bahnsteig wieder zu mir gekommen, rechts und links von mir jeweils ein Rettungssanitäter.

Bevor ich reagieren konnte nahmen sie mich mit in das Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Steglitz. Nach Passantenaussagen hatte ich ein bisschen zu viel getrunken und bin besoffen mit der Bahn gefahren – gut, dass die Verantwortlichen das zu der Zeit anders gesehen haben und lieber auf Nummer sicher gegangen sind. Das war natürlich vollkommener Quatsch. Ich bin so schon kein großer Trinker und schon gar nicht mitten in der Woche und nach der Arbeit.

Nachdem mir Blut abgenommen und ein EKG gemacht wurde, schoben sie mich nochmal in die Röhre und machten ein Bild von meinem Kopf, jeweils ein CT und ein MRT. Die Diagnose klang erstmal harmlos – es befände sich eine etwa 4,5 cm große Raumforderung an meinem Frontallappen im Gehirn, oder anders ausgedrückt. Anders ausgedrückt: ein Tumor von beachtlicher Größe. Ich wurde umgehend ins Vivantes Klinikum Neukölln verlegt, welches über eine der besten Neurochirurgie-Abteilungen verfügt.

Die Lange Zeit des Wartens begann

Nun begann die wirklich schwere Zeit – die Zeit der Ungewissheit. Erstmal realisierte ich noch nicht was es bedeutete jetzt stationär im Krankenhaus sein zu müssen. Was sicher war: der Tumor musste rausoperiert werden. Als OP-Schisser ist der Blinddarm ja schon schlimm genug, aber gleich mit der Königsdisziplin anzufangen war der reine Overkill. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, wie ich das so ruhig durchstehen konnte, zumal es eine sehr komplizierte OP war, die meine Geistesgegenwart erforderte.

Anders ausgedrückt: ich musste während der OP aus der Narkose geweckt werden und mit dem Assistenzarzt reden. Der Tumor lag relativ nah am Sprachzentrum und daher wollte man sicher gehen, dass nicht „zu viel“ weggeschnitten wird. War nicht gerade so toll plötzlich wach zu werden und sich nicht bewegen zu können, weil der Schädel und meine Arme fixiert waren. Gesehen habe ich nur den Assistenzarzt, der mich dann bespaßte. Im Hintergrund nahm ich schmatzende Geräusche wahr und versuchte sie so gut es geht auszublenden, wohlwissend dass gerade am offenen Gehirn operiert wurde, während der Assistenzarzt mit mir plauderte.

Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, bildete sich nach der sechsstündigen OP noch ein Hämatom an der Nahtstelle, weshalb ich den Tag darauf noch einmal in einer Not-OP unters Messer gekommen bin. Bilder von kurz danach gibt es, möchte ich euch aber nicht antun, höchstens vielleicht auf Anfrage. Schön ist jedenfalls anders. Das war am 15.06.2017. Danach ging alles sehr schnell. Bereits am 23.06.2017 wurde ich nach Hause entlassen.

Strahlen- und Chemotherapie als Folge

Es folgte ein Termin mit einem Onkologen, der unsympathischer nicht hätte sein können. Beim zweiten Anlauf und einem anderen Onkologen fühlte ich mich dann sehr viel wohler. Die kommenden Wochen waren ein auf und ab der Gefühle. Anfangs körperlich noch sehr geschwächt, erholte ich mich innerhalb der ersten Tage schnell wieder.

Die Bestrahlung startete erst am 17.07.2017, was mir nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine Menge Zeit gab um darüber nachzudenken wie alles weitergehen soll. Aber wenn man mal ehrlich ist: was hat man denn großartig für Alternativen? Als Krebspatient lebt man alternativlos. Also ließ ich den Termin auf mich zukommen. Ich glaube für gute Gedanken ist es hier genauso essentiell wie die Strahlentherapie-Praxis auf einen wirkt. Ich hatte Glück, die Empfehlung meines Onkologen war Gold wert und die Praxis sehr empfehlenswert.

Nach sechs Wochen hatte ich diesen Teil der Behandlung dann erfolgreich abgeschlossen. Die Nebenwirkungen fielen überraschend gering aus. In der letzten Phase der Bestrahlung merkte ich schon deutlich, dass die Bestrahlung – auch wenn sie insgesamt mit 1-2 Minuten Behandlungsdauer DEUTLICH unter meinen Erwartungen zurück lag – sehr kräftezehrend war.

Am 18.09.2017 ging es dann weiter mit der ambulanten und höher dosierten Chemotherapie. Hiermit wurde die zweite Phase der Behandlung eingeleitet, die sechsmonatige zyklische Einnahme. Die erhöhte Dosis habe ich eindeutig gespürt, gerade zum Ende des ersten Zyklus. Die Tabletten muss ich unterhalb der Woche nehmen, also Montag bis Freitag. Bis Donnerstag verlief auch alles ganz gut. Ab Donnerstag bis Sonntag hing ich dann richtig durch. Ich war den ganzen Tag am Schlafen, aber wenigstens ging es mir körperlich ganz gut und ohne auffällige Nebenwirkungen.

Was die Zukunft bringt

Hier kommen wir endlich zu dem schönen Teil dieser Vorstellung, meinem persönlichen Lieblingsabschnitt. Es gibt zwei Varianten von Menschen: die Einen, die sich sagen „Warum ich?“ und es nach außen hin zeigen, depressiv werden und keine Perspektive mehr im Leben sehen, ständig zurückblicken anstatt nach vorne. Dann gibt es noch die Anderen, die sich sagen das man es eh nicht ändern kann und es so ist wie es ist, die Vergangenheit vergessen, in der Gegenwart leben und die Zukunft planen. Zu den letzteren Menschen gehöre ich – und Ziel meines Blogs ist es, die andere Gruppe abzuholen und aufzuzeigen das es sich zu leben lohnt.

Ich möchte ihnen zeigen, dass es Momente im Leben gibt, die man nicht ändern kann, die Zukunft aber stark davon abhängig ist, wie man an sie heran geht. Die Psyche des Menschen ist faszinierend. Es gibt wissenschaftliche Studien darüber, dass Menschen mit einer positiven Ausstrahlung und Gedanken weitaus mehr bewegen können als Menschen, die alles in sich hinein fressen und sich schon abgeschrieben haben. Wenn man darüber nachdenkt klingt das doch auch logisch, oder?

Meine Zukunft bringt auf jeden Fall die große Dankbarkeit mit sich, dass ich mein Leben durch die Diagnose NOCH intensiver lebe bzw. gerade anfange zu leben. Vorher habe ich alles immer vor mir hergeschoben: „man hat ja noch so viel Zeit das zu machen“. Es geht sogar so weit, dass ich mich ernsthaft fragen musste, ob ich die vergangenen 30 Jahre überhaupt richtig gelebt habe. Dankbarkeit ist vielleicht nicht gerade das richtige Wort für solch eine Diagnose, ich hätte auch gut darauf verzichten können, aber sie hat mir die Augen geöffnet.

Auf der anderen Seite zeigte sie mir aber auch was für hervorragende Freunde ich habe, wie sehr sie alle hinter mir stehen und wieviel Liebe ich von ihnen erfahren durfte. Ich habe gesehen, dass ich nicht alleine bin und in harten Zeiten zu mir gehalten wird. Es ist unglaublich toll gewesen so etwas zu erfahren. An erster Stelle steht hier meine Freundin, der ich zutiefst dankbar bin, dass sie in dieser schweren Zeit so sehr für mich da war und immer noch ist.

Pläne schmieden

Aber wie sieht nun meine Zukunft aus? Das Studium musste ich vorerst auf Eis legen. Mein Arbeitgeber ist da sehr empathisch mit umgegangen und hat meinen Vertrag erstmal verlängert, ich werde meine Bachelor-Thesis also zu gegebener Zeit schreiben und das Studium entsprechend abschließen können. Weiterhin stehen Reisen auf dem Plan. Ich will die Welt bereisen und auch mal ins Nicht-EU-Ausland fliegen. Dieses Jahr wäre es soweit gewesen, im Juli war Kuba geplant… Naja, aufgehoben ist nicht aufgeschoben.

Außerdem möchte ich mich noch mehr für den Tierschutz einsetzen. Ich lebe jetzt seit gut einem Jahr vegan, war davor schon zwei Jahre Vegetarier. Gründe dafür gibt es genug. Auf diesem Blog wird es eigens einen kleinen Teil dafür geben, genauso wie ich leckere und vegane Rezepte mit euch teilen werde. Wie ihr seht wird sich vieles um meinen Blog drehen. Da ich gerne schreibe, aber nie den richtigen Ansatz gefunden habe, um mal mehr als nur ein paar Kurzgeschichten zu schreiben, überlege ich mir an einem Autorentraining teilzunehmen und ein Buch zu schreiben.

Kurzum: ich möchte das Leben so leben, wie ich es für richtig halte. All die Dinge tun, die ich bisher aufgeschoben habe, mich rundum erneuern und aktiver für Dinge einstehen, die ich bisher für wichtig empfunden habe.

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