Oh man, ist es schon wieder so lange her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe? Die Zeit vergeht wie im Flug – irgendwie erschreckend, findet ihr nicht? Ich hatte mir so oft vorgenommen meinen Blog weiterzuführen und jetzt gucke ich nach, von wann der letzte Beitrag war und kippe fast nach hinten um. Ein Monat ist es schon wieder her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Hier kommt also mein erster Beitrag in 2018.

2017 liegt (endlich) zurück, 2018 kann kommen

Seit dem 06.12.2017 ist viel (positives) passiert, was ich euch nicht vorenthalten möchte. Nach einer weiteren Chemowoche vom 11. bis 15.12.2017, die wie erwartet teils gut teils schlecht verlief, hatte ich am 21.12.2017 die Besprechung des zwei Wochen vorher erstellten MRT. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass das eine zusätzliche Anspannung für mich bedeutete. Erstmal überhaupt zwei Wochen nach dem MRT abwarten zu müssen und dann auch noch so kurz vor Weihnachten den Befund zu besprechen.

Fremdartiges Gewebe

Nach der Berg- und Talfahrt des vierten Zyklus musste ich also noch bis zum 21.12.2017 warten. Ich machte mich wie immer auf den Weg Richtung Praxis, auf das schlimmste vorbereitet als Selbstschutz. Damit ich das nicht alleine durchstehen muss, hat mich meine Freundin begleitet. Wie immer musste ich trotz Termin über eine Stunde lang im Wartezimmer mein Sitzfleisch auf die Probe stellen, bevor ich endlich aufgerufen wurde. Ohne große Umschweife kam der Arzt gleich zur Sache. Außer dem erwarteten Gewebe konnte man auf dem MRT noch fremdartiges Gewebe erkennen. Mein Herz rutschte mir in die Hose.

Erst im zweiten Atemzug erwähnte er, dass das Kontrastmittel aber nicht zu sehen war und das man davon ausgehen kann (und sollte), dass es sich hierbei um Narbengewebe handle, was zu diesem Zeitpunkt der Therapie nicht unüblich sei und das es doch recht unwahrscheinlich wäre, wenn sich Krebszellen noch während der Chemotherapie neu bilden. Klingt nicht sonderlich aufbauend? So habe ich auch reagiert. Ich glaube so reagiert jeder Betroffene auf so eine Nachricht. Man würde lieber „Es ist alles super, alles verläuft wie erwartet“ oder „Keine Auffälligkeiten“ zu hören bekommen, aber das ist Wunschdenken – so etwas werde ich wohl nie wieder zu hören bekommen. Je eher ich das akzeptiere, desto besser.

Frohe Weihnachten

Dennoch war die Nachricht über den Befund positiv. Positiv, weil nicht negativ. Es wurde kein neuer Tumor entdeckt, was schonmal super war. Trotzdem muss man weiter beobachten, da dieses fremdartige Gewebe auch die Anfänge eines neuen Tumors darstellen können. Also nur eine bedingte Entwarnung. Ich werde jedenfalls weiterhin positiv in die Zukunft blicken, was ich auch gleich zu Weihnachten getan habe. Wir haben in einem kleinen Kreis zusammen mit den Eltern meiner Freundin hier in Berlin gefeiert. Ganz klassisch mit Kartoffelsalat und (vegane) Würstchen. Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir dann essen und am zweiten Weihnachtsfeiertag war schon wieder alles vorbei.

Dann war da noch Silvester

Wieder eine Woche später ging es genauso schlicht weiter. Wir hatten die Cousine meiner Freundin zu Besuch da. Es gab ganz traditionell das alljährliche Bleigießen, nebenbei ein wenig Fernsehprogramm und um kurz vor zwölf eine Balkonparty im vierten Stock bei einem Kumpel. Das ging genau so lange gut, wie unter uns keine Raketen abgefeuert wurden. Dummerweise kreuzten sich die Explosionshöhe der Raketen mit der des Balkons, weshalb wir kurzerhand beschlossen die Party drinnen fortzusetzen. Es gab dann noch ein paar Pfannkuchen (für die Nicht-Berliner: das sind Berliner) und ein bisschen Sekt bzw. Limonade für mich und dann war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Oh, „Dinner for one“ darf ich natürlich nicht vergessen.

Nach der Chemo ist vor der Chemo

So schnell vergehen drei Wochen chemofreie Zeit. Morgen ist also die Vorbesprechung bzw. die Kontrolle des Blutbildes, bei dem sich entscheidet, ob die Chemo nächste Woche so starten kann oder ob noch gewartet werden muss. Leider habe ich mich etwas erkältet und kämpfe nun noch damit bis nächste Woche wieder gesund zu werden. Mal sehen, ob das klappt und ob der Arzt das offizielle „go“ für die Therapie nächste Woche gibt. Drückt mir die Daumen.

Ich melde mich in Zukunft wieder etwas kurzfristiger – versprochen. Bis dahin euch allen ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2018.

P.S.: Für alle, die gute Vorsätze haben. Vergesst sie. Wenn ihr wirklich etwas wollt, dann braucht ihr keine Vorsätze. Ich habe letztens in einer Dokumentation gesehen, dass Vorsätze krank machen bzw. sogar zu Depressionen führen können. Grund dafür ist, dass man sie meistens eh nicht einhält und dann enttäuscht darüber ist, dass man versagt hat. Wenn ihr wirklich etwas wollt, dann fangt einfach damit an mit der Umsetzung – egal zu welchem Datum.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: